Einfamilienhaus mit Photovoltaik Anlage auf dem Dach bei Sonnenschein.

Der Sinn einer Solaranlage

Solaranlagen sind in aller Munde. Wenn es nicht der Nachbar ist, der eine aufs Dach montiert, so ist es ein Zeitungsartikel oder ein Tagesschau-Beitrag, der über erneuerbare Energien und nachhaltige Stromproduktion aufklärt. Aber was bedeutet dies konkret für einen Hausbesitzer?
Der Anfang ist schnell gemacht: eine Photovoltaik-Anlage kann relativ einfach beschafft und montiert werden. So kommt man rasch zur eigenen Stromproduktion. Aber nun, wohin mit dem ganzen Strom?

Einspeisen

Die Einspeisung ist der standardmässige Weg, den der produzierte Strom nimmt. Sofern nicht durch irgendwelche Verbraucher im Haus der Strom verwendet wird, fliesst er ins öffentliche Stromnetz und wird vom EW vergütet – dies leider aber zu meist schlechten Konditionen. Erhält man jedoch für die eingespeiste Kilowattstunde nur wenig Entgelt, wird es schwierig, eine vernünftige Amortisation aufzustellen und die Installation der Anlage wirtschaftlich zu rechtfertigen.

Direkt verbrauchen

Eine einfache Möglichkeit, mehr von der Solaranlage zu profitieren, ist der Eigenverbrauch. Während dem die Sonne scheint und Strom produziert wird, laufen im Haus Geräte und Einrichtungen, die diesen Strom direkt verbrauchen, statt ihn ins öffentliche Netz zu speisen. Nebst Waschmaschine und Geschirrspüler sind hier Wärmepumpe und Wasserboiler gute Kandidaten, um eine vernünftige Menge Strom zu verbrauchen. Jede Kilowattstunde Strom aus der Solaranlage muss nicht aus dem Netz bezogen werden. Der selbst verbrauchte Strom ist „gratis“ – beziehungsweise hat einen definierten, tiefen Preis, wenn man die Kalkulation und Amortisation der Anlage mit einbezieht. Dieser Preis bleibt unverändert über die Lebensdauer der Anlage – also 30 Jahre und länger. So hat man für den selbst verbrauchten Solarstrom einen klaren, fixen Strompreis über eine lange Zeit.

Optimiert man mit Hilfe eines Energiemanagement-Systems die erwähnten Verbraucher, kann man mit einer Eigenverbrauchsquote von ca. 30% rechnen.

Speichern

Der Königsweg ist es, sich für eine Solaranlage mit angebundenem Speicher zu entscheiden. Dies entkoppelt den möglichen Stromverbrauch von Sonnenstand und Tageszeit. Konkret heisst dies, dass über den Tag produzierter Solarstrom auch nachts verwendet werden kann, wenn es dunkel ist. So kann der Anteil selbst verbrauchter Strom natürlich massiv gesteigert werden, es sind 80% und mehr als Eigenverbrauchsquote möglich.

Perfekt abrunden kann man diese Einrichtung mit einem Elektroauto, welches aus nachhaltigem, selbst produziertem Strom geladen wird und so der Idealvorstellung einer emissionsfreien Mobilität sehr nahe kommt.

Wie weiter?

Im Titel fragen wir nach dem Sinn der ganzen Sache – und haben doch eher über technische Gegebenheiten gesprochen. 

Der Sinn verbirgt sich jedoch zwischen den Zeilen. Die Anzeichen, dass das Verhalten der Menschheit einen Einfluss auf das Weltklima hat, werden jeden Tag zahlreicher. Unser Alltag ist in riesigen Ausmassen abhängig von fossilen Brennstoffen und Rohstoffen. Riesige Kapitalmengen fliessen ins Ausland, teils in Krisengebiete und instabile Staaten. Unruhen und Kriege sind der Preis, den wir für unseren Energiebedarf zahlen. Und doch: Ein Leben ohne Plastik, ohne Erdgas, ohne Heizöl und Benzin war bis vor kurzem nicht denkbar.

Dank dem heutigen Stand der Technik gibt es jedoch dazu Alternativen, die es uns erlauben, die gleichen Annehmlichkeiten wie bisher in einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Art und Weise zu geniessen. Konkret heisst dies: werden Wärmepumpe, Wasserboiler und Elektroauto von Solaranlage und Speicher gespiesen, werden für diese Energieverbraucher keine fossilen Brennstoffe verwendet. 

Da Solaranlagen und Batterien auch hergestellt und entsorgt werden müssen, sind auch diese Elemente behaftet mit Emissionen und dem Verbrauch von Energie und Ressourcen. In der Gesamtbilanz ist jedoch der Solarstrom mit Wind- und Wasserkraft eine der besten Alternativen zur Stromproduktion.

Und dies ist für das ienergy.ch-Team auch der Sinn einer solchen Installation: Mit einer moderaten Investitionssumme und nur kleinen Anpassungen im Alltag kann der persönliche Einfluss auf Umwelt und Klima wesentlich reduziert werden – ohne auf die eigenen Gewohnheiten verzichten zu müssen.